Aktuelles

Geschrieben von Super User. Veröffentlicht in Aktuelles

20.04.2017

 

"... und es wurde Licht" !

Nichts trifft es diesmal besser, als dieses berühmte Bibelzitat, und das in vielerlei Hinsicht.

Bin von meinem Aprilbesuch in Bunamwaya zurück und bringe euch die Neuigkeiten. Im April ist gewöhnlich nicht allzuviel zu tun, so dass man mehr Zeit hat, sich mit den Kindern zu beschäftigen. Und so war es auch dieses mal. Ich musste Rechnungen bezahlen, den geplanten Ausflug mitorganisieren, den 1. Term abrechnen und, das Wichtigste, mit dem Vermieter einen neuen, für uns akzeptablen Mietvertrag für die nächsten Jahre aushandeln.

Am Samstag, dem 1.April, sind wir gelandet (kein Scherz). Wir haben gleich die Spendengelder umgetauscht und ... es reicht für den Rest des gesamten Schuljahres !!! Zum ersten mal brauche ich also später kein Geld mehr zu schicken, wenn nichts Außergewöhnliches passiert. Und genau da wollten wir ja hin. So sammeln wir dieses Jahr Spenden für die Finanzierung des nächsten Jahres. Zudem haben wir ja auf der Jahreshauptversammlung festgelegt, in diesem Jahr keine größeren Bau- oder Instandhaltungsmaßnahmen durchzuführen, um auch mal eine kleine finanzielle Notreserve anlegen zu können.

Am Montag dann bin ich zur Schule. Alle freuten sich - die Kinder, die Lehrer und Angestellten und natürlich auch ich. Doch ich merkte gleich, irgendetwas war anders als sonst, irgendetwas stimmte nicht mit meinen bisherigen Erfahrungen und Erinnerungen überein. Auf dem Schulhof war wieder Gras angepflanzt worden (also richtiges). Doch da, wo sonst die großen Schüler den Rasen letztens noch unachtsam zertrampelten und die kleinen genüsslich die noch jungen Halme herauszupften, befand sich nun eine kleine, aus Holzstöcken gebastelte Holzumrandung, die eben das wirkungsvoll verhinderte. Sollte sich hier ein Um- oder besser Mitdenken entwickelt haben? Sollte sich hier etwa Eigeninitiative entwickeln? Oder - siehe Anfang - ging hier jemandem ein Licht auf? Nun, noch mochte ich es nicht so recht glauben. Aber auch der Rest des Schulgeländes sah seltsam aufgeräumt auf. Ich schaut in wirklich jede Ecke - der Spielplatz war sauber, das Feuerholz am richtigen Platz und Schüler gingen Papier auflesend über das Gelände? Für mich nur inszeniert? Ich musste es wissen, also ging ich da hin, wo sonst die meiste Unordnung und aufgrund der roten Erde der meiste Dreck auf dem Fußboden zu finden war - in die Klassenräume. Was soll ich sagen. Der Boden war gekehrt, Tische und Stühle ordentlich aufgestellt, die Unterrichtsmaterialien sortiert, die Tafel gewischt und die Wände in den meisten Räumen mit neuen, selbst gestalteten Postern und Plakaten verschönert. Wow ! Ich war beeindruckt und das sagte ich den Lehrern und Angestellten auch. Und ich sah, dass sie stolz waren. Dann ging der Headmaster mit mir zu einem der Räume, der aufgrund des neuen Office nun frei war. Hier, so sagte er, sind wir dabei unseren Kindergarten - Schlafraum einzurichten. Und ich sah tatsächlich erste Arbeiten am Fußboden und an den Wänden. Eigeninitiative - tatsächlich !!! Licht !!! Auch an den folgenden Tagen konnte ich beobachten, dass Lehrer und Personal, vor allem auch der Hausmeister, mehr als früher auf Ordnung und Sauberkeit achteten. Hoffentlich ist das nun nicht nur eine vorübergehende Erscheinung.

Aber die größte Überraschung war, "es wurde noch richtig Licht" - nämlich in den Räumen. Wir hatten lange überlegt, wie wir die Lichtverhältnisse in den zum Schulhof zugewandten Klassenräumen ändern könnten. Hier war es viel zu dunkel, um richtig lesen oder schreiben zu können. Strom ist zu teuer, eine Raumvergrößerung kombiniert mit größeren Fenstern war geplant, sollte aber aus Kostengründen und des noch nicht vorhandenen neuen Mietvertrags erstmal verschoben werden. Doch da hatte unser Headmaster eine gute Idee. Zunächst handelte er mit der Vermieterin aus, dass sie - "zur Wertsteigerung ihres Objektes" - Stromleitungen und Stromanschluss legen lässt, was sie dann tatsächlich auch tat. Dann machte er sich eine in Uganda gängige und für uns finanzierbare Praxis zunutze. Man kauft eine Wertkarte für einen bestimmten Betrag für eine entsprechende Menge Strom. Nun können wir Strom nutzen, wenn wir ihn brauchen, aber brauchen keinen festen Monatsbetrag zahlen. Tolle Einrichtung, tolle Idee, tolle Umsetzung. Ich konnte gar nicht oft genug die Lichtschalter in den Räumen betätigen. Und jedes mal "...wurde es Licht" ! Toll !!!

Personell hat sich einiges getan. 2 Lehrerinnen, die mir im Oktober noch versprachen zu bleiben, sind nun doch gegangen. Sie wollten eine eigene Schule gründen. Nach Angaben des Headmasters haben sie bis jetzt 9 Schüler, können sich weder ein Gehalt, noch Miete und Essen bezahlen - sind also, wie zu erwarten war, gescheitert. Hier fehlte es demnach an Licht. Eine weitere Lehrerin konnte die von der Distriktbehörde geforderten Ausbildungsunterlagen nicht vorlegen und musste gehen. Schade, alle 3 waren gute Lehrerinnen. Doch wir haben sehr guten Ersatz gefunden. Auch unseren Deputy, Teacher Susan, haben wir entlassen müssen. Für mich war das sehr überraschend, da auch sie lange Zeit gut und zuverlässig gearbeitet hatte. Doch sie hatte Schuleigentum entwendet, ihre Kollegen klagten über schlechte Behandlung, Eltern beschwerten sich, sie würde Kinder schlagen, und schließlich konnte auch der Headmaster nicht mehr richtig mit ihr zusammenarbeiten. Der Posten bleibt nun unbesetzt, so sparen wir Geld. Ihre Arbeit teilen sich jetzt Headmaster und Manager, im 2.Term stellen wir einen weiteren Lehrer ein. Im Zuge all dessen beschlossen wir auch, weitere Gehaltserhöhungen an Dauer der Schulzugehörigkeit, Treue, Leistung und Engagement zu koppeln.

Am Samstag, dem 8. April, unternahmen wir unseren Ausflug in den Vergnügungspark "Wonderworld". Ich war länger nicht da. Um so erschrockener war ich über den Zustand des Parks. Einiges war zwar repariert, aber viel mehr war dem weiteren Verfall überlassen worden. Nun, für unsere Kinder war es trotzdem wieder ein tolles Erlebnis. Mit 180 Kindern, 12 Erwachsenen und all den Essenskübeln sind wir nach Kampala gefahren - in 5 Taxi`s, wovon eins nur für 14 Personen zugelassen ist. Auf dem Rückweg war ein Taxi kaputt und wir fuhren in nur 4 Taxi`s zurück !!! Rechnet mal durch. Ihr glaubt, das geht nicht? Oh doch, es geht. In Afrika geht so vieles.  Doch was soll`s , es gab reichlich Essen, Karussell fahren ohne Ende und den heiß ersehnten Badespaß im Swimmingpool. Das war wichtig für die Kinder.

Am Donnerstag, dem 13. April, war der letzte Schultag vor den dortigen Osterferien. Ich setzte ein Angestelltenmeeting an. Es gab nicht viel zu sagen. Wir analysierten den Start unseres 4. Jahres, ich dankte für die gute Arbeit. Der Headmaster hatte mich überzeugt, allen wiedermal ein kleines Ostergeschenk zu machen, was ich aufgrund meiner Erlebnisse dieses mal auch gern tat. Also gab es für jeden ein Huhn, eine Staude Kochbananen und einen Beutel Reis. Ostern auf ugandisch. Alle waren total überrascht und überglücklich.

Als letztes nun noch zu den Verhandlungen für einen neuen Mietvertrag für unser Schulobjekt. Diese zogen sich fast 2 Wochen hin, da die eigentliche Eigentümerin in den USA lebt und hier nur von ihrer Schwester vertreten wird. Und so folgten jedem unserer Vorschläge erst Telefonate nach Übersee, jedem Gegenvorschlag Diskussionen von unserer Seite. Lange Rede kurzer Sinn: Nachdem wir der Frau nochmals klar gemacht hatten, dass wir von Spenden leben, weil es ein Hilfsprojekt ist, und wir versprochen haben, weiter zu investieren, haben wir die Zusage für einen weiteren Mietvertrag zu nur leicht angehobenen Konditionen für 5 Jahre ab 2019 mit einer Option auf weitere 5 Jahre zu gleich bleibenden Bedingungen erhalten. Damit können wir sehr zufrieden sein.

Danke wieder an alle Mitglieder und Sponsoren für eure Spenden. Ohne euch würde es unsere Schule nicht geben. Bleibt mit euren Herzen bei uns. Ich werde im Oktober wieder bei unseren Kindern sein. Es wird ein besonderes mal, denn dann werden uns die letzen der Kinder, die wir von der Kampala View Parents Academy seinerzeit hin zur Kampala View Private School gerettet haben, mit denen wir angefangen haben, verlassen. Ich hoffe, die Freude über das dann Erreichte wird die Trauer über den Verlust wettmachen.

Bis dahin

Euer Frank

 

 

10.11.2017

 

Hallo, liebe Freunde,

wir sind wieder zurück. Ja, ihr lest richtig - wir. Nachdem im März schon unser Vereinsmitglied Willi Kraft wieder kräftig an und in unserer Schule gearbeitet hatte, war diesmal unser Mitglied Timo Ballschuweit mit mir bei unseren Kindern in Bunamwaya. Und ich finde es so schön, wenn immer mehr Leute mit mir diese Eindrücke und dieses wunderbare Gefühl erleben, was man hat, wenn man anderen hilft, denen es nicht so gut geht. Ganz besonders, wenn es Kinder sind, denen man hilft.
Wie immer war die Wiedersehensfreude riesig auf beiden Seiten und wieder wurde mir klar, wie sehr ich das alles doch vermisst hatte in den vergangenen 6 Monaten. Außerdem war es diesmal für mich etwas Besonderes. Im diesem Jahr werden uns die letzten der Kinder verlassen, mit denen wir vor 4 Jahren unsere Schule eröffnet haben. Die meisten werde ich nie wieder sehen. Und das machte mich schon etwas traurig.
Doch nun der Reihe nach:

Am Sonntag, dem 08.10., sind wir angekommen. Eigentlich wollten wir gleich die Spendengelder umtauschen, doch das war aufgrund einer Informationslücke nicht möglich. Man erklärte uns noch am Flughafen, dass sowohl der Sonntag als auch der Montag Feiertage waren und somit - wie der Name schon sagt - nur gefeiert wird und nicht gearbeitet. Also auf Dienstag warten. Wir haben uns die Festparade in Kampala allerdings Montag mal angeschaut. Ich glaube, ich habe 1 Million Menschen getroffen.

Dienstag morgen waren wir dann im Grand Imperial Hotel in Kampala zum Geldtauschen, dort gibt es gewöhnlich den besten Umtauschkurs. Und wir hatten schließlich 12500 Euro mit und da rechnet sich auch die zweite Stelle hinter dem Komma. Der Kurs betrug diesmal rund 1:4200 und so trug ich einen ganzen Rucksack voll Schilling (mehr als 52 Millionen) zur Hausbank unserer Schule. Und ich trug diesen Rucksack, trotz aller Angst, auf Banditen zu stoßen, mit Stolz, im Wissen, dass sich darin dieses Mal soviel Geld befindet, dass wir davon alle laufenden Kosten für unsere Schule für das gesamte nächste Jahr bezahlen können. Es war ein tolles Gefühl.
Mittags waren wir dann endlich in der Schule, endlich bei den Kindern! Und die haben sich wirklich wieder sehr gefreut. Die Mittagspause war eigentlich schon vorbei, doch an Unterricht war nicht zu denken. Auch das Schulpersonal hieß uns wieder sehr herzlich willkommen, auch die 2 neuen Lehrerinnen, die im Mai neu eingestellt worden waren, lachten erfreut. Natürlich nahm ich auch gleich unser Schulobjekt in Augenschein. Und ich war sehr zufrieden. Willi Kraft hatte sich im März darum gekümmert, die Schule komplett neu anstreichen zu lassen (außer Office). Nun sieht sie wieder toll aus. Mit den neuen Fotos habe ich gleich neue Flyer in Auftrag gegeben, die ich natürlich selbst bezahlen werde. Warum schreibe ich das? Damit neue Besucher unserer Webseite auch wirklich sehen, dass wir zu unserem Grundsatz stehen: Spendengelder zu 100% zu unseren Kindern!!! Und bitte kein Mitleid, ich werd´s verkraften. Der Rasen, der gepflanzt wurde, ist noch dichter geworden und sieht richtig gut aus. Auch die Klassenräume sahen, trotz aller baulichen Mängel, ordentlich aus. Soweit war also alles gut.

Aber nun ging es gleich ans Arbeitverteilen. Mein Freund Timo wollte gern den so sehnsüchtig gewünschten Baby-Spiel-und Schlafraum realisieren, und zwar nicht nur selbst bezahlt, sondern auch selbst mitgebaut. Und das in den uns verbleibenden 8 Tagen. Timo war guter Dinge. Ich musste ihm jedoch leider erklären: "In folgender Wortkette passt ein Wort nicht zu deinen Vorstellung: Planung - Materialbeschaffung - Organisation - schnelle und problemlose Durchführung - Afrika." Nun, wir machten Druck und alle Lehrer halfen wirklich vorbildlich mit. Am Ende konnten wir den Raum tatsächlich noch am Mittwoch der folgenden Woche eröffnen. Manche Arbeiten waren zwar wieder typisch afrikanisch, aber mit dem Ergebnis konnten wir alle zufrieden sein.
Vielmehr Modernisierung war aufgrund unserer Finanzen in diesem Jahr nicht möglich und ja auch nicht geplant. Aber - Schule neu gestrichen und Babyraum - doch gut für 2017, oder? Schließlich bekam das Personal auch noch ihre Aufgaben für die Vorbereitung unseres Jahresabschlussfestes.

An den anderen Tagen nahmen wir uns viel Zeit, um mit den Kindern zu spielen. Aber natürlich hatte ich wie jeden Oktober auch ordentlich zu tun: Personalversammlung vorbereiten, Treffen mit Vermieterin und Miete bezahlen, Termin bei unserer Bank zur Aktualisierung unserer Daten, Personalgespräche führen, Hilfe bei der Vorbereitung des Schulfestes und der Abschlussfeier unserer Absolventen, Jahreskostenabrechnung mit dem Manager, Agenda fürs nächste Jahr und und und. Aber mit Freude im Herzen alles kein Problem.

Am Dienstag, dem 17.10., fand unsere Personalversammlung statt. Es zeigte sich, dass sich das Arbeitsklima seit dem Weggang von Lehrerin Susan erheblich verbessert hat. Es gab die üblichen Wünsche nach mehr Lohn, die ich mit Hinweis auf die Schülerzahlen und die gezahlten Schulgebühren aber leider abschmettern musste. Neben kleineren Dingen bezüglich des Schulalltages gab es nichts Dramatisches zu beklagen. Alles konnte zur Zufriedenheit geklärt werden. Für die kommenden Jahre wurde festgelegt, gepflasterte Wege anzulegen, die Böden und Wände in den Klassenräumen zu erneuern, eine sicherere Küche zu bauen und endlich mit dem Bau der Mauer anzufangen. Alles natürlich abhängig von unseren finanziellen Möglichkeiten. Und da sind natürlich auch noch die Feierlichkeiten zu unserem 5jährigen Bestehen im nächsten Jahr, auch das wird Geld kosten.

Am Donnerstag, dem 18.10., fand dann unser diesjähriges Schuljahresabschlussfest statt. Diesmal musste ich keinen Lage- und Durchführungsplan machen, der Plan vom letzten Mal war noch da und wurde vom Personal cleverer Weise erneut genutzt - und zwar richtig gut. Flaschenwerfen, Stuhltanz, Kinderschminken, Luftballonaufblasen und Sackhüpfen (sogar mit Lehrern) kamen auch in diesem Jahr wieder toll an. Der gemietete DJ sorgte für die musikalische Untermalung - und wieder ganz Afrika - schöööön laut. Für alle der Höhepunkt: das Essen. Reis, Gemüse, Fleisch und - ganz wichtig - Cola und Fanta. Und wenn man den Kleinen dann beim Essen zusieht, freut man sich und ist auch traurig, weil man weiß, dass das so nur einmal im Jahr ist. Ein Grund mehr an dieser Party festzuhalten, oder? Am Ende kamen dann noch unsere Abschlussschüler zu uns, um sich persönlich zu verabschieden und sich zu bedanken. Und genau die Kinder, die ich schon aus der alten Schule kannte und die mit mir in unserer neuen Schule angefangen haben, hatten Tränen in den Augen. Auch das ging nicht spurlos an mir vorüber. Ich versprach, sie zu besuchen, wohlwissend, dass ich einige bei meiner Rückkehr nicht mehr wiederfinden werde. 

Für dieses Mal sage ich Bye Bye und vielen Dank wieder an euch, liebe Vereinsmitglieder, und an euch, liebe Sponsoren. Bleibt unserem Projekt treu und vergesst unsere Kinder in Bunamwaya nicht. Stellt euch vor, im Oktober nächsten Jahres feiern wir schon 5jähriges Jubiläum. Unglaublich, oder? Ich freue mich jedenfalls auf den März 2018, wenn ich zu unseren Kindern zurückkehren kann - vielleicht hab ich ja wieder einen Begleiter.

Euer Frank

 

 

13.04.2018

 

Hallo, liebe Freunde,

bin zurück mit außerordentlich guten Neuigkeiten. Es ist ja immer viel zu tun, aber dieses mal haben wir so richtig geschafft, vor allem sichtbar. Aber der Reihe nach.

Am Samstag, dem 24. März, bin ich am frühen Morgen in Entebbe angekommen. Zum Schlafen blieb nicht viel Zeit. Ich wollte gleich noch das Spendengeld - diesmal 7000,- Euro - umtauschen und auf unser Schulkonto einzahlen, meine persönlichen Einkäufe erledigen und in der Unterkunft alles organisieren. Hat auch alles geklappt. Am Sonntagvormittag konnte ich etwas ausruhen, am Nachmittag hab ich dann unseren Headmaster zu Hause besucht, die gesamte Familie wartete schon und es war ein herzliches Wiedersehen. Ich kenne unseren Abert nun schon seit 8 Jahren und ich weiß, wie er wohnt und lebt. Und doch macht es mich wieder und wieder traurig und betroffen, wenn ich es dann jedes mal nach einem halben Jahr erneut sehe. Doch wie noch mehr helfen? Und den meisten unserer Kinder geht es ja nicht besser.
That´s how it is - leider.

Am Montag, dem 26. März, war Arbeitsplanung und Budgetbesprechung angesagt. Es galt einen Zeitplan für die geplanten Baumaßnahmen aufzustellen und eine gute Firma dafür auszuwählen. Und unser Ausflug nach "Wonderworld" musste vorbereitet werden. Doch zuerst ging es endlich wieder zu den Kindern. Ich freute mich über jedes Kind, das ich wiedererkannte und dessen Namen ich in der Zwischenzeit nicht vergessen hatte. Und ich freute mich über die vielen, neuen Gesichter, die mich anstrahlten. Unsere Schülerzahl ist wieder angestiegen, auf stolze 232 - Rekord! Fast 70 Kinder mehr als noch letztes Jahr. Und unsere Neuen beäugten mich natürlich neugierig, den Muzungu, der sie da plötzlich besuchte. Doch ihre Scheu hielt nicht lange an - wie jedes mal. Schon bald fanden auch sie es lustig, mir die Haare an den Beinen rauszureißen. Und ein Arm mit weißer Haut, wo man Adern und Venen sehen kann, ist allemal interessant. Für mich jedes mal aufs Neue amüsant und so ließ ich es gern über mich ergehen.
Unser Meeting schließlich dauerte dann nur von 9:00 bis ca. 10:00 Uhr. Alles, was angedacht war für die 2 Wochen, war im Vorfeld gut vorbereitet worden. Für unseren Mauerbau lagen uns 3 Angebote vor. Ich hatte unserer Schulleitung den Tipp gegeben, sich mal andere Arbeiten der Firmen in der näheren Umgebung anzusehen. Das hatten sie auch getan. Und so konnten wir sehr schnell eine Firma auswählen, die gute Arbeit vorweisen konnte, preiswert war und uns gleich noch die Wege und die Küche mitmachen wollten. Also ließ ich den Headmaster bei der Baufirma anrufen mit dem Auftrag: "Morgen früh um 7 fangt ihr an!"
Auch unser Trip in den Vergnügungspark "Wonderworld" war organisiert. Unsere Leute vor Ort hatten sich ihre Ostergratifikation durchaus redlich verdient.
Da alles schnell geklärt war, konnte ich unsere Schüler der P3 bis P7 nach dem Frühstück zum Sportplatz begleiten. Die wollten dort üben für den leichtathletischen Sportwettkampf aller Schulen im Subcounty Bunamwaya. Und so schaute ich 2 Stunden zu, wie alle rannten und sprangen. Der Wettkampf sollte am Mittwoch stattfinden und er hielt einige Überraschungen bereit, die mich mehr als schmunzeln ließen. Leider stürzte am Ende des Trainings ein Mädchen und hatte eine verschmutzte, blutende Schürfwunde. Wir säuberten die Wunde vorsichtig mit Wasser. Ich wollte sie nun gern noch desinfizieren. Also rannte ich zum nächsten Hospital - 500 Meter weit, nur bergauf, bei 32°C und absoluter Windstille! Ergebnis: Im gesamten Krankenhaus gab es kein Desinfektionsspray! Ich dachte, also hier möchte ich dann auch nicht unbedingt liegen. Aber meine Sammlung an afrikanisch-ugandischen Kuriositäten-Geschichten war um eine reicher.

Am Dienstag standen dann tatsächlich um 7 Uhr die Baufahrzeuge mit dem Baumaterial und den dazu gehörigen Bauarbeitern vor unserem Gate. Meine Freude war groß, es klappte tatsächlich. Und es wurde schnell und trotzdem gut gearbeitet. Auch die weiteren Tage konnte ich zufrieden zuschauen, wie unsere Mauer größer, länger und höher wurde.
Es machte mir auch wieder viel Spaß, in die Klassen zu gehen - spielen mit den Kindergartenkindern, über Deutschland erzählen in den Mittelklassen und ein bisschen aufs Leben vorbereiten mit den Großen. Sie nehmen es sehr dankbar an. Und ich fühle mich hier wohl, weil ich hier tue, was eigentlich mein Job ist. Hier stehe ich vor allem noch vor der Klasse, unterrichte und kümmere mich um meine Schüler - innerhalb und außerhalb der Schule. Hier spreche ich noch mit den Kindern, besuche sie zu Hause, sehe, wie sie leben, begreife ihre Probleme, lerne die Eltern kennen und wir überlegen gemeinsam, wie wir den Kindern helfen können. Und genau das hab ich wieder getan. So sieht hier ein Förderplan aus. Und nur so funktioniert es. Der Erfolg gibt uns recht.

Am Mittwoch, dem 28. März, fand nun unser Sportwettkampf statt. Um 8 Uhr sollte es losgehen. Doch der erste Startschuss fiel um 10:30 Uhr. Logisch. Die Mannschaften von 28 Schulen des Subcounty Bunamwaya wollten hier auf dem Sportgelände der Hillside High School ihre besten Leichtathleten küren. Es gab Wettbewerbe im 50- bis 100-Meter-Lauf, Weitsprung, Ausdauerlauf und - jetzt kommt´s - Kugelstoßen, Diskuswerfen und Speerwurf! Ansich toll und spannend. Ich musste allerdings feststellen, dass die meisten Kinder sämtliche Wurfgeräte noch nie in der Hand hatten. Es folgten total falsche Erklärung zur Handhabung der Geräte. Da hab ich mich schnell auf die andere Seite des Sportplatzes gerettet. Ich hatte noch das Krankenhaus ohne Desinfektionsspray im Hinterkopf. Gewonnen haben wir leider auch nicht viel, aber es war lustig und ein schöner Tag für alle.

Von Donnerstag bis einschließlich Montag der 2. Woche war die Schule wegen der Osterferien geschlossen. Ich nutzte die Zeit, um die Baumaßnahmen zu überwachen, Kinder zu Hause zu besuchen und mich mit ehemaligen Schülern unserer Schule zu treffen.

An den folgenden Tagen gab es, mal abgesehen von unserem Ausflug nach Wonderworld, noch zwei Ereignisse, die hier Erwähnung finden sollten. Am Dienstag bekamen wir Besuch vom Gesundheitsamt. Die inspizieren gern mal die Schulen. Wir mussten uns anhören, dass unsere Toiletten zu klein sind und hygienischer sein könnten!!!! Weiterhin findet unsere Essensausgabe zu nah an den Toiletten statt. Gut, nur in anderen Schulen gehen die Kinder in den Busch und Essen gibt's gleich gar nicht. Und bei Regen läuft unser Regenwasser nun durch die Rohre in unserer Mauer direkt auf die Straße. Auf meinen Hinweis, dass das Wasser schon vorher auf die Straße lief (wo soll es denn auch hin?), nur nicht durch Rohre, erntete ich böse Blicke. Aber mir war schon klar, wohin der Hase lief. Und tatsächlich: Für ein Schmiergeld von 90.000 Schilling (25,- Euro) bekamen wir mehr Zeit, "unsere Probleme" zu lösen. Solche Kröten müssen wir leider immer wieder schlucken.
Am Donnerstag bekamen wir Besuch von Mitarbeitern einer Hilfsorganisation, die gegen die Malaria Front machen. Sie klärten unsere Schüler ein bisschen auf und jeder bekam tatsächlich kostenlos ein Moskitonetz! Wow! Das war natürlich toll.

Am Samstag, dem 7. April fand dann als krönender Abschluss unser Ausflug in den Vergnügungspark "Wonderworld" statt. Ich war nun schon so oft dort, aber es ist jedes mal wieder ein Ort des Grauens. Mal ist das kaputt, mal das. Ich habe wirklich den Eindruck, dass alles was in Europa nicht mehr durch den TÜF kommt, hier landet. Aber für die Kinder hier ist es eben eine Attraktion. Sie hatten Spaß und haben es genossen. Diesmal wurde uns sogar Essen serviert. Und da alle Wasserrutschen diesmal in Ordnung waren, war das Baden und Rutschen der Höhepunkt. Ich war aber in ständiger Angst, denn die "Rettungsschwimmer" hier können nicht schwimmen. Doch es ging alles gut und es war ein schöner Tag - leider mein letzter.

Nun lasst uns wieder fleißig Geld sammeln, damit ich das nächste mal wieder viel Spendengeld zu unseren Kindern bringen kann. Bis dahin bye bye.

Euer Frank

 

 

12.08.2018

 

Hallo Ihr Lieben,

hier mein kurzer Bericht von meinem Besuch unserer Schule im Juni/Juli.
Meine Finanzen haben es in diesem Jahr zugelassen, dass ich auch im Sommer für mehr als 3 Wochen zu unseren Kindern konnte.
Zudem haben die Sponsorenläufe in den Schulen in Breidenbach und Oberdieten soviel eingebracht, dass wir zusätzlich Geld zum Kaufen, Bauen und Verschönern hatten.
Gekauft haben wir endlich unser Schulauto. Ein "Land Cruiser", ein ziemlich großes Ding! Zugelassen für 8 Personen, können wir jetzt um die 10 Kinder (Wir sind ja in Afrika!) transportieren, können unsere Waren selbst zur Schule bringen und auch viel Zeit und Geld sparen, wenn wir zu Behörden müssen. Da wir das Auto gleich am Montag, dem 25.06. abholen konnten, hatte ich viel Zeit, links fahren zu üben, was ansich lustig war. Aber der Verkehr, die Boda Boda, die fahren, wie sie wollen, und die Straßenverhältnisse - das war schon sehr anstrengend. Nun müssen jedoch Headmaster und Bursar noch die Fahrerlaubnis machen. Die sollen die einfach nach Kampala fahren lassen, wer es da schafft, kann überall fahren. Ich hab mich übrigens nur bis Entebbe getraut. Im Oktober will ich´s mal wagen. Geparkt wird unser Schulauto übrigens auf dem Hof meines Apartments. Dort habe ich einen Parkplatz und einen Wächter.
Die Mauer und die Bordsteine, die wir im März haben bauen lassen, konnten wir nun bemalen lassen. Als ich abreisen musste, war fast alles fertig. Auch alle an unser Objekt angrenzenden Mauern und Gebäudewände dürfen und werden wir bemalen. Bis zu unserem Jubiläum im Oktober wird alles bunt sein und freundlich aussehen.
Auch hatten wir noch Ziegelsteine übrig vom Mauerbau. Die reichten, um noch eine kleine Baulücke zum Nachbargrundstück zu schließen und um unsere alte Holzküche durch eine gemauerte zu ersetzen. Natürlich wurde auch das alles mit Farbe verschönert.
Unser Office, welches immer noch Rohbau war, konnte weitergebaut werden. Da fehlen nun nur noch vernünftige Möbel. So ein Office muss ja nun mal was hermachen, wenn Gäste kommen, oder Distriktbeamte, die sich ihr Schmiergeld abholen wollen. 
Weiterhin haben wir die Geräte auf dem Spielplatz reparieren lassen und neu angepinselt. Unser Rasen ist aufgrund der ganzen Bauerei hinüber, aber unser Hausmeister ist ein sehr guter, der sät schon wieder fleißig neuen.

Wir haben jetzt fast 240 Kinder in unserer Schule und nun wird der Platz knapp. Wir haben einen Durchgangsraum zum Klassenraum gemacht, aber das wird auf Dauer nicht reichen, wenn weiter so viele Schüler kommen. So planen wir nun doch Raumvergrößerungen für die nächste Zeit. Unser Grundstück lässt leider keine Neubauten zu. Gegenüber unserem Schulgelände könnten wir später mal vielleicht noch 3 Räume anmieten - wird eine Geldfrage. Ebenso die Idee, ein nahe gelegenes Rasenstück als Sportplatz dazuzugewinnen. Auch über eine von den Eltern gewünschte Bordingabteilung denken wir nach. Unser Schulobjekt liegt leider räumlich etwas ungünstig. Nun gut, ging damals nicht anders und nun ist es zu spät um umzuziehen.

In der letzten Woche hatte ich dann noch das Glück, bei den Distriktmeisterschaften im Fuß- und Netzball dabei sein zu können. Ein Riesenspaß! Gewonnen haben wir nicht viel. Aber die Kinder hatten viel Freude und ich erst recht. Was da gelogen und betrogen, geschimpft und protestiert wurde, habe ich so noch nicht erlebt. Da spielten bei den Mädchen z.B. in der Altersklasse "Unter 12 Jahre" Mädchen mit, die sahen aus wie unsere Lehrerinnen. Die eine war fast 2 Meter groß, beim Netzball schon von Vorteil. Die wahrscheinlich Betrogenen keiften und fluchten, die Betrüger machten einfach weiter. Beim Fußball stellte sich der Trainer einer Mannschaft hinter seinen Torwart und schoss selbst alles raus, was der Torwart nicht gehalten hatte. Die Kinder fanden es nicht so lustig wie ich. Es war auf jeden Fall ein schöner Abschluss.

Im Oktober nun feiern wir tatsächlich 5-jähriges Jubiläum. Natürlich mit Festumzug, Festkapelle und einem Riesenschulfest. Ich freue mich riesig. Kann ja jetzt mit dem Land Cruiser vorneweg fahren (haha!).

Liebe Grüße

Euer Frank

 

 

29.10.2018

 

5 Jahre Kampala View Private School !!!  5 Jahre Kampala View e.V. Biedenkopf !!!  Wow !
Hallo, Ihr Lieben, hier die News von meinem Besuch im Oktober.

Es sind nun wirklich schon 5 Jahre, die unser Projekt läuft, und es ist bisher eine Erfolgsgeschichte - oder wie unser Schulleiter Abert nicht oft genug sagen kann:
Kampala View Is Shining. Was vor 5 Jahren eine zugewachsene, bruchfällige Baracke auf einem verwilderten Grundstück war, ist heute Lern- und Wohnort für mehr als 250 Kinder!!! Dank euch allen für Eure Hilfe und Unterstützung.

Die Highlights meines Oktoberbesuchs waren unser Schulmeeting, der Abschluss des neuen Mietvertrags und natürlich unser Schulfest anlässlich unseres 5th. Anniversary. Am Samstag, dem 28.10. bin ich in Entebbe gelandet und gleich bis Kampala durchgefahren, um unser Spendengeld umzutauschen und es auf unser Schulkonto einzuzahlen. Hat geklappt, weil hier die Banken auch noch Samstagabend aufhaben. Das ist übrigens der einzige Zeitpunkt, wenn ich dort unten Angst habe - wenn ich soviel Geld bei mir hab.

Am darauffolgenden Montag war dann unser Schulmeeting. Unser Schulleiter Abert stellte mir 3 neue Kollegen vor. Teacher John musste entlassen werden, weil er unregelmäßig zur Arbeit kam. 2 Lehrerinnen gingen freiwillig. Sie hatten Heimweh nach ihrem Village. Insgesamt konnten wir auf eine sehr gute und erfolgreiche Arbeit zurückblicken. Die Baumaßnahmen außen sind fürs erste abgeschlossen. Unsere Mauer ist fertig gebaut, hat ihre Schutzgitter und ist komplett bemalt. Unsere Wege sind betoniert und Bordsteine schützen unsere Rasenflächen. Wir haben weiterhin eine kleine, aber dafür nun gemauerte Küche. Alle Lücken zu den Nachbargrundstücken sind geschlossen. Unsere Toilette ist neu bemalt und desinfiziert worden. Und mit Erlaubnis unserer Nachbarn konnten auch alle angrenzenden Mauern verschönert werden. Alles sieht toll und neu aus. Freundlich und einladend. 
Unsere Schule hat nach Aussagen unserer Lehrer, Eltern und aller Anwohner einen zunehmend guten Ruf. Das belegt auch unsere steigende Schülerzahl - wir sind im Moment bei 258. Alle unsere Absolventen haben die staatlichen Abschlussprüfungen geschafft, ein Großteil hat einen Platz an einer Secondary School bekommen. 
Mit dem 3.Term haben wir eine Boardingabteilung eröffnet, als Dormitory (Schlafraum) nutzen wir zwei neu angemietete, der Schule gegenüberliegende Wohngebäude.
7 Mädchen und 8 Jungen nutzen dieses Angebot momentan. Alles ist noch in der Testphase, die Mietkosten werden von den betroffenen Eltern bezahlt. Wenn es gut läuft, denken wir über eine dauerhafte Erweiterung unserer Schule zu einer Boarding School nach. Allerdings sind uns räumliche Grenzen gesetzt und so wird manche Idee leider ein Traum bleiben. Fakt ist aber, dass wir aufgrund der Schülerzahl nun doch unsere Klassenräume vergrößern müssen. Das wurde dann auch als kommende Baumaßnahme beschlossen. Was das Budget betrifft - das nächste Jahr ist sicher. Miete, 1. und 2.Term sind bezahlt bzw. auf dem Schulkonto. Für den Rest des Jahres haben wir genug auf dem Vereinskonto. Vielleicht könnte man, bei guten Spendeneinnahmen, im nächsten Sommer mit der Vergrößerung der Räume beginnen. Abschließend konnte ich auch wieder die Arbeit unserer Mitarbeiter vor Ort loben. Die machen es schon wirklich gut. 

Die Verhandlungen über den neuen Mietvertrag für unser Schulobjekt gestalteten sich da schon komplizierter. Es fing damit an, dass die Vertreterin des Eigentümers darauf bestand, dass sich ein Anwalt der Sache annimmt. Eigentlich kann das der Ortsvorsteher auch machen, so wie beim ersten mal. Nun gut. So sind wir also nach Kampala (Stau, 2 Stunden Fahrt für 8 Km) in die Kanzlei des Anwaltes gefahren. Dann hat jeder seine Vorstellungen geäußert und alles wurde in einen Vertrag geschrieben. So weit so gut. Nur kam es im Folgenden zwischen Abert und der Vertreterin des Eigentümers immer wieder zum Streit über einzelne Punkte. War man sich einig, wurde ein neuer Vertragsentwurf ausgedruckt. Dann gings von vorn los. Und das ganze stundenlang. Der Ton wurde lauter, der Anwalt fand es lustig und war nur am Lachen, worüber ich wiederum lachen musste. Nach sage und schreibe 4 Stunden haben wir dann die Endfassung des Vertrages unterschrieben. Ich war fix und fertig, aber auch stolz auf das hart erkämpfte Ergebnis. Wir zahlen nun 1,1 Millionen Schilling pro Monat für die nächsten 5 Jahre. Wir haben eine Option auf weitere 5 Jahre zu den gleichen Konditionen. Und wir bekommen für 5 Jahre die Nutzungsrechte an dem kleinen Grundstück gegenüber unserer Schule für 100.000 Schilling pro Monat. Dort soll ja der Sportplatz entstehen. Vor allem habe ich mich gefreut, dass es mir gelungen ist zu verhindern, dass der Mietpreis nach 5 Jahren erneut steigt. Also, well done.

Unser Schulauto ist nun auch voll im Einsatz. 12 Kinder werden früh abgeholt und gegen 16 Uhr wieder nach Hause gefahren. Logisch, dass ich das meine 14 Tage dort gemacht habe. Abert wollte das erst nicht - ich bin doch der Direktor und nicht der Busfahrer. Ich hab ihn überzeugt. Es hat so einen Spaß gemacht, das glaubt ihr nicht.

Höhepunkt meines Aufenthaltes war aber zweifelsohne die Feier zu unserem Jubiläum. Alles war schon perfekt vorbereitet und organisiert. Die Kinder hatten schon wochenlang nach der Schule tanzen und singen geübt und an ihren Kostümen gebastelt. Und was sich dann abgespielt hat, war so beeindruckend und berührend.
Um 9 Uhr begann der Festumzug. Eine Kapelle vornweg, der Kindergarten hinterher und dann der lange Zug der Primarykids. Unsere Kleinen marschierten stolz eine Runde um die Schule, die Großen bis 12 Uhr durch alle anliegenden Gemeinden. Eltern jubelten ihnen begeistert zu und Zuschauer tanzten am Straßenrand. Und ich konnte in ganz vielen Kinderaugen Freude und Stolz erkennen. Es war lang, es war anstrengend, aber es war fantastisch. Und unser Land Cruiser ist übrigens hinterhergefahren.
Zurück in der Schule wurde erstmal eine Weile getanzt, ein DJ sorgte für die richtige Musik. Von 13 bis 16 Uhr sollte dann ein Festprogramm stattfinden, bei dem jede Klasse, der Schulchor und die Tanzgruppe etwas vorführen sollten. Dafür hatten uns versierte Arbeiter extra eine Bühne gebaut. Ich bin mit Abert drauf geklettert und mir war klar - die hält nicht. Abert war sich sicher, alles ist gut. Das folgende Programm war fantastisch. Jedes Lied, jeder Sketch und jeder Tanz wurde mit soviel Liebe und Leidenschaft dargeboten. Die Kostüme und Verkleidungen - ein afrikanischer Traum. Das Publikum tobte. Auch dann noch, als beim Auftritt der 5.-Klässler der Bühnenboden zusammenbrach. Der wurde schnell wieder hergerichtet und weiter gings.
Natürlich wurden auch viele Reden gehalten: vom Bürgermeister, seiner Stellvertreterin, dem Manager unserer Bank, dem Gemeindepfarrer, dem Leiter der muslimischen Gemeinde, einiger Elternvertreter und natürlich von mir. Warum ich die alle aufzähle? Schaut mal, was für wichtige Leute da dabei sind. Und alle kamen, um uns ihren Respekt zu zeigen. Und es kam noch besser. Abert erzählte mir beim Essen mal so nebenbei, dass jeder Distrikt in Uganda einen Abgeordneten im Parlament stellt. Ok dachte ich. Und dann sagte er, ich solle mal schneller essen, der Abgeordnete hat sich für gleich angesagt. Ja, und jetzt war ich ja mal erst richtig stolz. Der Abgeordnete kam dann tatsächlich, hielt eine umjubelte Rede, lobte unser Projekt in den höchsten Tönen, nahm mich in den Arm und bot Hilfe für den Notfall an. Ist das toll oder toll? Dem nächsten, der mir auf dem Flughafen wieder blöd kommt, zeig ich diese Visitenkarte!!! (Spaß) Es war ein unbeschreiblich schöner Tag, der übrigens erst gegen 21 Uhr endete, weil das Programm einfach nicht enden wollte. Deshalb wurde dann auch während der Vorführungen gegessen. Für alle Kinder gab es an diesem Tag Fleisch, Reis, Kochbananen und Limonade. Auf dieses Festessen hatten sich die Kinder lange gefreut. Und sie haben es sichtlich genossen. Krönender Abschluss war dann die Übergabe der Abschlusszeugnisse an unsere Top Class Kinder und das Anschneiden und Verteilen unserer Jubiläumstorte. Auch hier glückliche Augen weit und breit.

Ja, Ihr Lieben, das war´s für dieses Jahr. Wir können wirklich stolz sein. Auf das unser Projekt noch lange funktioniert und wir noch vielen Kindern helfen können.

Liebe Grüße

Euer Frank

 

 

 

05.05.2019

 

Liebe Freunde,

bin vom diesjährigen Aprilbesuch zurück und bringe euch hier nun die aktuellen News aus Bunamwaya.
Erstmal - alles war wieder sehr schön. Unsere Mitarbeiter vor Ort haben sehr gute Arbeit geleistet. Schulobjekt, -gebäude und alle zur Schule gehörenden Außenbereiche waren sauber und gepflegt, Schäden und Mängel waren und sind in Bearbeitung.
Die Anzahl unserer Schulkinder hat sich mit Beginn des 1.Terms im Februar um fast 100 auf nun sagenhafte 348 erhöht !!! In 3 Klassen sitzen nun mehr als 40 Kinder, den Rekord hält die Baby Class mit 48. Ein toller Vertrauensbeweis der Menschen dort - für uns natürlich eine Riesenherausforderung. Die Einschränkungen und zusätzlichen Belastungen bei der Arbeit auf Grund dieser hohen Schülerzahl und der daraus resultierenden Baumaßnahmen (dazu später mehr) wurden und werden jedoch gut gemeistert. 
Bei den Abschlussexamen im November letzten Jahres waren unsere P7-Schüler erwartungsgemäß wieder unter den Besten im Distrikt. Die meisten von ihnen können nun eine Secondary School besuchen. 
Und so war auch unser 5. Jahr ein erfolgreiches !

Und nun alle Ereignisse der Reihe nach.
Die erste Woche (13. bis 18. April) war ich diesmal nicht allein bei unseren Kindern. Meine sehr gute Freundin Helga Bauer, eine Lehrerin aus Österreich, hat mich begleitet und unseren Kindern einen "besonderen" Besuch abgestattet. Mit Helga fing mein Engagement in Uganda vor 8 Jahren an, als wir gemeinsam in Kiyunga für die Organisation "Vision For Africa" und an der "Love And Hope" Primary School zusammen gearbeitet haben. Helga betreut nun für österreichische Pateneltern und Sponsoren Patenkinder und -schulen rund um die Stadt Mukono. Nie ist unser Kontakt abgerissen und Helga verfolgte regelmäßig unsere Arbeit in Bunamwaya. Und nun kommt's! Trotz ihres großen Engagements für all die anderen Schulen hat sie an ihrer Heimatschule auch noch eine Weihnachtsaktion für unsere Kinder durchgeführt. Sage und schreibe 5,5 Millionen Uganda-Schilling überbrachte sie unserer Schule als Spende. Damit können wir einen Großteil unserer Umbauarbeiten finanzieren. Außerdem möchte sie versuchen, auch noch Sponsoren in Österreich für uns zu finden. Damit das klappt, muss ich mich nun darum kümmern, dass unser Verein auch dort offiziell anerkannt wird. Wir werden international, liebe Freunde. Ich bin ja so gespannt, was dabei rauskommt. 
Aber vielen vielen Dank, liebe Helga und "Hoch Lebe Österreich"!

Wie bereits erwähnt, hat hat sich unsere Schülerzahl auf 348 erhöht, sodass wir nun tatsächlich die Räume vergrößern müssen. In 3 Räumen waren bereits die Zwischenwände zum Flur herausgebrochen worden. Das hat schon sehr viel Platz gebracht. Nun wollen wir aber auch noch die Terrassen mit in die Klassenräume integrieren. Ein Bauingenieur hat versichert - alles machbar. Die aktuellen Bilder (gestern Abend erhalten!) vom Stand der Baumaßnahmen könnt ihr euch bei den Fotos ansehen. Unser Headmaster sagte mir, es wird so ca. 6 Millionen kosten für alle 8 geplanten Räume. Gehen wir also davon aus, dass es mindestens 10 Millionen werden. Bin ja nicht das erste mal in Uganda. 

Im letzten Jahr lief auf Wunsch mehrerer Eltern unser Versuchsprojekt Internat. Das hat sich bewährt und wir haben beschlossen, dauerhaft eine Dormitory anzubieten. So haben wir erstmal 2 Zusatzgebäude angemietet und für Jungen und Mädchen jeweils einen Wohn- und Schlafraum eingerichtet. Unser Personal haben wir entsprechend um eine Matron (Aufseherin) erweitert - sie lebt und schläft bei den Kindern.
Ein weiteres Gebäude (2 Zimmer) konnten wir dazu anmieten, welches wir als Arbeitsraum für die Lehrer, Prüfungsraum für die P7, Elterngesprächsraum und Sanitätsraum nutzen wollen. Sollte das Internat wachsen, können wir vom selben Vermieter einen weiteren Raum dazumieten. Platzmäßig sieht es also wieder gut aus, allerdings steigen unsere Mietausgaben deutlich. 
Apropos Ausgaben: Auf Grund der Schülerzahlen musste natürlich auch das Personal angepasst werden, was zusätzliche Kosten verursacht. Wir haben nun neben Schulleiter und Manager noch 11 Lehrer, 2 Hilfslehrer im Kindergarten und je einen Koch, Wachmann und Internatsaufseher. Aber diese Kosten werden wir mit den Mehreinnahmen beim Schulgeld decken können. 

In der 2. Woche fand dann am Montag unser traditioneller April-Schulausflug statt. Diesmal haben wir uns für einen neuen Spielpark entschieden. "Twins-Garden" ist recht neu und liegt in unmittelbarer Nähe zu unserer Schule. Auch dort gibt es jede Menge Spielgeräte, 2 Swimmingpools und auch Essen wird angeboten. Trotzdem billiger als "Wonderworld". War eine gute Wahl. Unseren Kindern hat es sehr gefallen.
An den folgenden Tagen habe ich mich neben den Bauarbeiten auch wieder um die Kinder kümmern können. Am Freitag dann fanden für alle Klassen die den Term abschließenden Examen statt. Und während ich nun wieder hier arbeiten darf, sind unsere Kinder jetzt in den Ferien.

Im Juli werde ich für weitere 4 Wochen nach Bunamwaya zurückkehren. Ich will unbedingt die Baumaßnahmen verfolgen, will beim Umzäunen unseres kleinen Sportplatzes helfen und beim Einrichten unserer Zusatzgebäude dabeisein. 
Bis dahin hoffe ich auf viele Spenden für die vielen neuen Aufgaben und Vorhaben.

Macht's gut

Euer Frank

 

 

 

12.08.2019

 

Hallo liebe Freunde,

in diesem Jahr war es wieder finanziell möglich, dass ich auch im Sommer zu unseren Kindern fahren konnte.
4 Wochen toller Erlebnisse, unbeschreiblicher Emotionen, vieler neuer Eindrücke und bestandener Herausforderungen liegen hinter mir. Und jeder einzelne Tag war schön und einzigartig. Also leg ich mal los - Here are the news!

Der erste Hammer ist unsere aktuelle Schülerzahl! Im Dezember 2018 noch bei ca. 250, war sie zum April 2019 hin auf über 320 gestiegen. Und nun im August liegen wir bei 415 Kindern! In einigen Klassen sitzen nun mehr als 50 Schüler. Jetzt haben wir aber mal so richtig ein Platzproblem.
Worin liegen die Ursachen? Die gute Arbeit unserer Schulangestellten und unsere Professionalität haben sich rumgesprochen und wir sind immer noch wahnsinnig billig. Die Schüler laufen uns scharenweise von den umliegenden Schulen zu. Die Eltern haben gehört, bei uns wird auch mal einem kranken Kind geholfen, ein Schulgeld geschenkt oder es findet mal ein Schulfest oder ein Ausflug statt. Es wird nicht geschlagen und Mädchen dürfen die gleichen Dinge tun wie Jungen. Und mit Stolz kann ich sagen, dass man mich, den Muzungu aus Deutschland, als netten und sorgsamen Director der KVPS weit über Bunamwaya hinaus nun schon kennt und schätzt. Bei den Subcounty - Sportwettkämpfen kamen wieder viele Lehrer zu mir, um mich zu grüßen und um mir zu danken (der Dank geht direkt weiter an euch, denn ohne euch hätten wir keine KVPS) und viele Kinder, die gerne zu uns kommen wollen und fragten, wo genau denn unsere Schule ist. Aber wir können sie halt nicht alle nehmen. Und auch bei Hilfsorganisationen, Kirchen und privaten Helfern haben wir Anerkennung gefunden. So schickt uns eine Freikirchliche Gemeinde, die von Deutschland aus unterstützt wird, auch bereits 3 ihrer Waisenkinder. Und es sollen noch mehr werden.
Wo nun ist die Lösung für unser Platzproblem? Gott sei Dank hatten wir ja schon die 4 Klassenräume an der Vorderseite vergrößert. Im Rohbau alles fertig und gut gemacht. Es sind schöne, große Räume geworden. Die Schüler sind bereits wieder eingezogen. Verputzt und gepinselt werden muss jedoch noch. Im Dezember werden auch die 4 Räume auf der Rückseite des Gebäudes genauso vergrößert. Wird aber viel zusätzliches Geld kosten. Mehr Personal haben wir ebenso bereits eingestellt - 50 Schüler kann einer allein natürlich nicht vernünftig unterrichten. So groß die Freude über den Zuspruch auch ist, ebenso groß ist die Angst, nicht alle gut unterbringen zu können. Doch dann passierte eine Woche vor meiner Abreise etwas, was unser Headmaster stets "göttliche Fügung" nennt. Ich gehe zumindest soweit mit, dass ich sage:"Wer Gutes tut, dem widerfährt auch Gutes". Unser Grundstücksnachbar ist Eigentümer und Vermieter von 7 Häusern, die direkt an die Rückseite unserer Schule angrenzen. Und der will sich dieser Last entledigen. Also wir könnten für 220 Millionen Schilling kaufen oder für 1,6 Millionen Schilling im Monat mieten. Möchte einer von euch für ca. 50.000 Euro 7 gebrauchte Häuser samt Grundstück in Bunamwaya kaufen und uns mietfrei zur Verfügung stellen? OK, überlegt mal in Ruhe und meldet euch dann (hahaha). In der Zwischenzeit werden wir mieten. Der Plan sieht so aus: Wir mieten 2 Häuser (4 Räume, 2 Toiletten mit Duschen) für zusammen 600.000 Schilling (140,- Euro) pro Monat für unsere Schule dazu und bringen dort den Kindergarten unter. Ein kleines Haus wird Gästehaus für Besucher - also für euch. Die restlichen Häuser vermieten wir weiter an unsere Lehrer oder andere Privatpersonen oder behalten die alten Mieter. Der Eigentümer spielt mit. Toll oder? Und wisst ihr, was mich am meisten freut? Dass unser Headmaster Abert ab Januar endlich ein menschenwürdiges zu Hause haben wird. Der lebt, solange ich ihn kenne (seit nunmehr 7 Jahren), mit Frau und 5 Kindern in einem einzigen Raum ohne Wasser und einer Außentoilette für mehr als 20 Anwohner.
Aber ihr Lieben - Umbau der Schule, mehr Schulbänke, bauliche Fertigstellung des Internats einschließlich Möblierung, neuer Kindergarten, mehr Schuluniformen und die höheren Mietkosten - das alles kostet viel Geld. Allein unsere Mietkosten steigen dann von 13,2 Millionen für unser Hauptgebäude auf mehr als 30 Millionen Schilling für zusätzlich Internat, Arbeitshaus/Krankenstation, Sportplatz, Näherei (ja, auch die haben wir jetzt!) und neuen Kindergarten. Aber - 30 Millionen Uganda-Schilling sind rund 7000,- Euro. Wir zahlen dann also keine 600,- Euro im Monat Miete für das Haupthaus mit 11 Räumen und weitere 6 Häuser mit insgesamt 12 Räumen und vielen weiteren Toiletten. In Biedenkopf kriegt man da eine gute 3-Raum-Wohnung, oder?
Aber gut - gefragt sind Lösungen auch für unseren Geldbedarf. Als erstes kann ich euch nur wieder bitten, zu sammeln was das Zeug hält. Vielleicht habt ihr auch mal eine Idee für eine Spendenaktion, die ihr organisieren könntet. Als zweites nun haben wir beschlossen, das Schulgeld ab nächstem Jahr zu erhöhen. Das hat mehr als nur einen Grund. Zum einen müssen wir die Inflation ausgleichen, die Preise für Nahrungsmittel und Schulsachen sind erheblich gestiegen. Zum anderen hat die ugandische Regierung die Lehrergehälter von 300.000 auf 450.000 UGX angehoben. Unsere Lehrer bekommen immer noch im Schnitt um die 350.000 im Monat. Damit sind die natürlich und verständlicherweise unzufrieden. 2 gute Lehrer haben uns schon verlassen. Von den Schulgeldeinnahmen werden die Gehälter bezahlt. Mehr Schüler - mehr Schulgeld - mehr Lehrergehalt - so kombiniert man auch in Afrika. Wir werden die Gehälter für unsere Lehrer nun also auch anheben - auf 450.000 - 500.000 Schilling. Auch die anderen Angestellten erhalten eine angemessene Lohnerhöhung. Und mal ehrlich - 500.000 UGX sind 150,- Euro im Monat. Allein die Miete für ein 1-Raum-Haus kostet 150.000 Schilling. Und von den neuen Schulgeldeinnahmen können wir das auch bezahlen. Es sollte sogar etwas übrigbleiben, was mich zum dritten Grund für die Schulgelderhöhung bringt. Wir wollen anfangen, eine "eiserne Reserve" wegzulegen. Davon könnten wir mal was bezahlen, wenn wir mal ein schlechtes Spendenjahr haben. Und es soll ein erster Schritt in die Unabhängigkeit werden - so wie wir es ja perspektivisch geplant haben. Wahrscheinlich verlieren wir durch die Schulgelderhöhung einige Kinder armer Familien. Das wollen wir auffangen, in dem wir einen Pool schaffen, in dem wir abhängig von den Einnahmen 20-30 Kindern kostenlosen Schulbesuch erlauben. Die Auswahl trifft die Lehrerschaft gemeinsam. Gelebte Demokratie.
Was ist sonst noch passiert? Unseren kleinen Sportplatz haben wir mit einem Holzzaun umrandet. Unser Office ist fertig, es hat nun einen richtigen Fußboden (Fliesen), eine Zwischendecke, einen Innenanstrich und einem Office angemessene Möbel bekommen (Regale, Akten- und Materialschränke, Schreibtisch). Neben dem Office haben wir ein kleines Wärterhäuschen gebaut. Unser Wachmann wird ab sofort (wie an allen anderen Schulen üblich) alle Besucher und Gäste am Gate kontrollieren und in einem Buch registrieren. So erhöhen wir die Sicherheit unserer Kinder noch weiter. Die Seitenfront unserer Schule wurde baulich ausgebessert und neu gestrichen - und zwar von mir persönlich! Schulleiter und Lehrer waren begeistert, was doch der Muzungu noch so alles kann. 
Um die ewigen Kosten für DJ und Trommler zu sparen (Schulfeste, Tanztraining, Chor), haben wir eine große Musikbox mit allem modernen Schnick-Schnack gekauft. Hat soviel gekostet wie 2mal DJ buchen. 
Dann fanden wieder Sportwettkämpfe statt. Zur Einweihung unseres kleinen Sportplatzes ein Netballspiel. Zwei gemischte Teams aus Mädchen und Lehrern. Team Headmaster gegen Team Director. Nun, was soll ich sagen - Team Director hat 16:0 gewonnen! Beim anschließenden Fußballspiel auf dem Großfeld (Jungen + Lehrer) hat das Team Director ebenfalls gewonnen - diesmal 5:0! Ich war
zufrieden, weil ich ungern verliere, Headmaster Abert war zufrieden, weil er sah, dass ich offensichtlich Spaß hatte. An einem anderen Tag fanden die Subcounty Competitions im Netball für die Mädchen und im Football für die Jungen statt. Was für ein Theater wieder. Um 9:00 Uhr sollte es losgehen mit mehr als 20 Schulen und jeweils in 3 Altersklassen. Es war aber nichts vorbereitet. Spielfelder mussten erst markiert, Schiedsrichter bestimmt und für die Fußballer, die auf Kleinfeld spielen sollten, mussten erst noch die Tore aus Holzstangen gebaut werden - kein Witz! Es gab den üblichen Streit, die üblichen Diskussionen und die üblichen Betrügereien. So manch eine U14 Netballspielerin sah dann doch schon eher aus wie Ü40. Ich war der einzige, der permanent am lachen war, und keiner hat`s verstanden. Oh, ich liebe das, ich liebe Afrika. Um 12:00 Uhr ging es jedenfalls erst los und musste dann gegen 19:00 Uhr wegen Dunkelheit abgebrochen werden. Wir waren dieses mal aber viel erfolgreicher als beim letzten mal. 2 unserer Netballteams und unsere U14 Fußballer kamen bis in die Halbfinale. Toll gemacht! 
Am selben Tag übrigens hatten wir in Bunamwaya höchsten Besuch. Ugandas Präsident Museveni höchstselbst besuchte unsere Gemeinde, um ein neues Straßenprojekt zu eröffnen. Die neue Straße soll von Entebbe über Bunamwaya nach Kampala führen und die ewigen Staus auf der Entebbe Road beenden. Auf unserem großen Gemeindesportplatz, nur 200 Meter von unserer Schule entfernt, dort, wo ich noch 2 Tage zuvor grandios den Headmaster beim Fußball geschlagen hatte, hielt er seine Festrede. Warum erzähle ich das? Ja, wie immer, wenn Staatsoberhäupter durchs Land reisen, wird ihnen vorgespielt, wie schön doch alles ist. Also hat man kurzerhand alle Seitenstraßen bis hin zu unserer Schule neu gemacht und ausgebessert. Danke für ihren Besuch, Mr. President! 
Das Schönste hab ich mir für den Schluss aufgehoben. Unsere Tracy ist zurück in unserer Schule. Und sie ist Mega-happy! Alles hat geklappt, wie ich es mir gewünscht hatte. Einige von euch haben für Tracy gespendet oder eine Patenschaft übernommen. Mit dem Geld können  wir nun eine Betreuung für die Schulzeit, Alle Arztbesuche, die Medikamente und die notwendige Physiotherapie bezahlen. Vielen Dank an euch - von Tracy, ihrer Mutter und mir!

So, das war`für den Moment. Im Oktober geht es dann zurück. Bis dahin alles Gute für euch.

Euer Frank